Bergmann zu sein ist für Volker Wagner ein Lebensgefühl. Seine erste Grubenluft schnupperte er 1983, als er auf der Zeche Haus Aden in Bergkamen seine Lehre begann. Nach der Zusammenlegung seiner Mutterschachtanlage mit anderen Schachtanlagen der Region zum Großbergwerk Ost machte er unter anderem auf Heinrich Robert in Hamm Station. Heute bietet er im CreativRevier Heinrich Robert Führungen über das ehemalige Zechengelände an und engagiert sich beim Geschichtskreis Haus Aden/Grimberg 3/4. So bewahren er und seine Kumpels die Erinnerung an die Leistung früherer Generationen sowie das Wissen um die historische Bedeutung des nordrhein-westfälischen Steinkohlenbergbaus für die nachfolgenden Generationen. Er betont die Solidargemeinschaft und den Zusammenhalt der Bergleute sowie die Führungsrolle des Bergbaus bei Sozialkompetenz und Verantwortung gegenüber den Mitarbeitern. Zudem befürwortet er den Erhalt der Fördertürme als Identifikationsmerkmale und bedauert, dass viele mangels politischen Willens längst abgerissen worden sind. Im kommenden Jahr richtet sein Geschichtskreis in Bergkamen einen Erinnerungsort ein, zum Gedenken an das schwerste deutsche Grubenunglück, welches sich am 20. Februar 1946 auf Grimberg 3/4 („Zeche Kuckuck“) ereignete, an die 405 Toten inkl. der mehr als 350 bis heute im Stollensystem unterhalb Bergkamens verbleibenden Kumpels, die nicht einmal tot aus der Grube geborgen werden konnten, sowie an deren „Kuckuckwitwen“.
Schlagwort: Bergbau
Gerhard Schute ist der Vorsitzende des Vereins für Bergbau-, Industrie- und Sozialgeschichte Dorsten. Der Verein widmet sich der Bewahrung jener bergbaulichen Geschichte, die im frühen 20. Jahrhundert begann und im frühen 21. Jahrhundert endete. Von den insgesamt drei Zechen auf dem heutigen Stadtgebiet ist ein Teil erhalten geblieben. Die neun noch existierenden übertägigen Gebäude des Hervester Bergwerks Fürst Leopold stehen inzwischen unter Denkmalschutz und gehören zum CreativQuartier Fürst Leopold. In der Maschinenhalle mit den denkmalgeschützten Dampffördermaschinen, die auch als Veranstaltungsort dient, betreibt der Bergbau-Verein ein Informations- und Begegnungszentrum. Wir geben in dieser Episode einen Überblick über den Bergbau in Dorsten und werden in einer späteren Episode mit der Arbeit und dem Angebot des Bergbau-Vereins fortfahren.
Die Ära des deutschen Steinkohlenbergbaus ist beendet. Das Ende war zwar politisch gewollt, wurde aber zuvor sechs Jahrzehnte lang vom Bund sowie von Nordrhein-Westfalen und dem Saarland hinausgezögert. Wir geben einen Überblick über die zahlreichen Maßnahmen, die den Absatz deutscher Kohle gesichert, das Zechensterben gestaltet, den Strukturwandel im Ruhrgebiet verlangsamt und die sozialen Konsequenzen des Beschäftigungsabbaus gelindert haben.
In dieser Fortsetzung von GK010 besprechen wir die Agglomeration Ruhrgebiet, die zwei Jahrhunderte permanenten Strukturwandels, eine japanische Geisterinsel, den Umzug einer schwedischen Bergbaustadt und die kumulierte Fördermenge der Steinkohlebergwerke im Ruhrgebiet.
Heute, am 21. Dezember 2018, endet die Ära des deutschen Steinkohlenbergbaus. Die Förderung des schwarzen Goldes ist hierzulande deutlich aufwändiger als in anderen Regionen der Welt und wird vom deutschen Staat nicht weiter subventioniert werden. Als letztes Bergwerk stellt Prosper-Haniel in Bottrop heute die Regelförderung ein. Die hunderten Zechen, die das Anwachsen des Ruhrgebiets zu Europas größtem industriellem Ballungsraum bewirkten, sind somit bald Geschichte. Wir besprechen die Geographie des Ruhrgebiets, das Aufkommen des Bergbaus und die Entwicklung der Verkehrsinfrastruktur. In GK011 geht es weiter.





