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GK035 | Mmmmhh, mein Machtmissbauch [Transkript]

Wenn sich korrupte Politiker nicht nur die Taschen vollstopfen

2022, Graukaue 1
Kurvenschubser
https://graukaue.ruhr/gk035/

2019 wurde Wolodymyr Selenskyj zum Präsidenten der Ukraine gewählt. Der ehemalige Schauspieler hatte in einer Fernsehserie einen Geschichtslehrer gespielt, der gegen Korruption wetterte und letztlich zum Präsidenten gewählt wurde. Auch im realen Wahlkampf versprach Selenskyj dann, die Korruption im Land zu bekämpfen. Als Pavlo Blavatskyy, Professor für Ökonomie an der Universität Montpellier davon erfuhr, begann er seine Forschung zum Thema Korruption. Da das Ausmaß von Korruption kaum messbar ist, begab sich Blavatskyy auf die Suche nach einem beobachtbaren Proxy. Mithilfe maschinellen Lernens leitete er aus den Fotos von 299 Kabinettsmitgliedern in 15 Ländern der ehemaligen Sowjetunion deren Body-Mass-Indizes (BMIs) ab. Er wies nach, dass diese BMIs positiv korreliert sind mit fünf gängigen Maßen für wahrgenommene Korruption, wofür er 2021 mit dem Ig Nobel Preis in Ökonomie ausgezeichnet wurde.

Hängen!

https://graukaue.ruhr/gk035/#kapitel1

Einschlagwecker

Micha:
[0:02] Und dann äh machen wir vielleicht nur die beiden Preise. Dann ist ich meine das ist jetzt schon lange her, ne? Die also die die Preisverleihungen und die Bekanntgaben sind lange her, aber ich hatte die noch auf der Liste und dann äh können wir die vielleicht ja einmal abhandeln.

Soundboard

Wärter:
[0:48] Glück auf. Dies ist Grau Kaue eins, Kurvenschupser. Episode GK fünfunddreißig.

Einschlagwecker

Fett abgesahnt

https://graukaue.ruhr/gk035/#kapitel2

Micha:
[1:29] Ich würd sagen wir machen den Nobelpreis wenn überhaupt am Ende dann werd ich erstmal erzählen wofür der IG Nobelpreis letztes Jahr,
Verliehen wurde. Hast du da überhaupt was von gehört? Wenn du sagst, du hast ja die Nobelpreisträger angeschaut.

Andre:
[1:44] Nee, also vom IG-Nobelpreis habe ich also von der letzten äh Fassung auf jeden Fall noch nichts gehört.

Micha:
[1:49] Okay ähm ausgezeichnet wurde,
also mit dem mit dem IG-Nobelpreis in Ökonomie wurde aus wurde Pablo Lawski ausgezeichnet.
Pablo ist Professor für Ökonomie an der Universität Montpeier beziehungsweise an der Montpeier Business School in Frankreich.
Den Preis hat er erhalten für ein Paper, das er 20021 in der Zeitschrift Economics of Champition in institutional change veröffentlicht hat.

[2:26] Das Paper trägt den Titel OB City of Politicians and Corruption in post sowie countries.
Also das Übergewicht von Politikern und Korruption in postsowjetischen Ländern.

[2:42] Auf der Webseite von im probable Research, also der Organisation, die hinter dem IG-Nobelpreis,
Steckt, äh ist angegeben, dass der Preis nicht nur nach Frankreich geht. Ich sagte ja eben, dass in Montpellier arbeitet,
Dass der Preis nicht nur nach Frankreich geht, sondern auch auch nach Australien, Österreich in die Schweiz, nach Tschechien und ins vereinigte Königreich. Ich hatte mich die letzten Jahre schon über diese Angaben immer gewundert.
Dachte ja vielleicht, dass es irgendwie aber bisher waren’s auch immer mehrere Autoren. In diesem Fall hier ist es wirklich nur das scheint damit zu tun zu haben.
Hier seine seine ganze,
akademische Vergangenheit abgedeckt wird. Äh wenn er auf die Webseite von der Montpeier Business School gehst, da ist so eine ja so ein kurzes Bio, so ein kurzer Lebens,
und er hat ähm hat wohl seinen Master in Cambridge gemacht. Deswegen vereinigtes Königreich.
Hat der, ich weiß nicht, wo er ursprünglich herkommt, also seinem seinem Akzent nach ist er kein Franzose, Lavatzki klingt so,
Vielleicht vielleicht ist ja Tscheche. Ähm er hat sein sein PHD,
in Prag gemacht, an der Karlsuniversität. Das ist ist das die Uni, an der du warst?

Andre:
[3:59] Ja. Na ja.

Micha:
[4:00] Ähm ich so, da hat er seinen seinen PHG gemacht. Vielleicht kommt er ursprünglich aus aus Tschechien, weiß ich nicht, aber ähm er,
beherrscht wohl das kyrillische Alphabet werden wir gleich nochmal drauf kommen. Also war hier für seine Forschung nicht ganz irrelevant. Und na ja dann war ja als Assistant,
Professor war er in Zürich und dann als Professor noch in Innsbruck und an der Mörder-Universität in Australien und deswegen sind da sechs verschiedene Länder.
Von der Preisverleihung, die natürlich auf YouTube verfügbar ist, wie immer. Will ich den mal kurz ein bisschen was vorspielen.

Soundboard

Micha:
[6:33] Das war’s. Mir ging’s natürlich eher um die,
Die äh die letzte Minute, wo er kurz zusammenfasst, was er gemacht hat. Am Anfang bekommt er den Preis verliehen und wegen wegen der Pandemie.
Hat die Preisverleihung ähm,
auch letztes Jahr wieder nicht, wie schon 2020 nicht in in Cambridge Massachucits stattgefunden, sondern nur online und äh deswegen ist da teilweise ein Audio,
nicht viel dabei das muss man sehen,
Ähm das Video ist natürlich verlinkt in in Sendungsnotizen und er hat den er hat den Preis überreicht.
Bekommen und ähm Teil des Preises sind eben diese zehn was hatten wir gesagt, was das ist, zehn Billionen oder zehn Milliarden ähm sind Bab the Dollar.

Andre:
[7:24] Meint er irgendwie, also Billionen auf Deutsch dann.

Micha:
[7:28] Chillen? Ja genau, zehn Billionen Dollar,
Gut, also ich werde mal versuchen zusammenzufassen, was er gemacht hat bei der also zunächst einmal zur Zielsetzung,
Bei seiner Forschung geht ähm geht’s also um Korruption, aber das Grundlegende Problem,
bei der wissenschaftlichen Beschäftigung mit Korruption ist, dass Korruption kaum messbar ist. Also ähm.

[8:00] Wenn Leute versuchen Korruption aus Ausmaß von Korruption zu messen dann tun sie das üblicherweise mit Hilfe von Umfragen zur subjektiven Wahrnehmung der Leute.
Auch das auch das Einkommen von von,
ja Politikern also hier in diesem in diesem Paper geht’s um Politiker. Ähm theoretisch könnte man’s ja noch andere Leute sein, aber die äh die das das Einkommen von Politikern oder die Ausgaben der Politiker,
ähm sind ja meist auch nicht bekannt, ne? In manchen Ländern gibt’s ähm Vorschriften.
Dass Politiker ihre Nebeneinkünfte offenlegen müssen aber in ähm üblicherweise ist das nicht der Fall und ähm alle Daten, die du da hast, die,
nicht alle, aber viele Daten, die du dazu hast, beruhen auf den Aussagen der äh betroffenen Personen.

[9:00] Und Ziel dieser Arbeit war es,
einen einen Proxi zu finden für Korruption, also wenn Korruption nicht messbar ist, ähm vielleicht lässt sich ein vernünftiger Proxi finden. Soll heißen, eine,
Variable, die stark korreliert mit Korruption und außerdem beobachtbar ist.
Die Variable die er hier gewählt hat ist der Index oder BMI,
der BMI ist äh das Gewicht einer Person geteilt durch die Länge dieser Person zum Quadrat.
Das Gewicht gemessen in Kilogramm, die Länge gemessen in Metern. Ähm weit verbreitetes und und gängiges Maß.
Und was ähm hat mit Hilfe maschinellen Lernens.

[9:54] Ähm zahlreiche Fotos ausgewertet und zwar äh die Frontalaufnahmen von Gesichtern.
Und äh diese nicht irgendwelche Gesichter, sondern die Gesichter von 299 Politikern. Das sind 29, das sind die. Zweihundertneunundneunzig.
Politiker, die 2017,
Kabinettsmitglieder waren in den folgenden 15 Ländern der ehemaligen Sowjetunion.
Armenien, Aserbaidschan, Belarus, Estland, Georgien, Kasachstan, Kirgistan, Lettland, Litauen, Moldau oder Moldawien oder ich glaube in der Schweiz sagt man Moldova.
Russland, Tadschikistan, Turbmenistan, Ukraine und Usbekistan. Ähm.
Es gab wohl auch ein paar Fälle.
Wo im Laufe des Jahres ähm es zum Kabinettsumbau gekommen ist und er hat dann einfach äh die Kabinettsmitglieder genommen, die den Großteil des Jahres im Amt waren.

[11:08] Ähm in diesen 15 Ländern ist Korruption wohl recht weit verbreitet.
Verglichen mit vielen anderen Regionen der Welt, aus europäischer Sicht oder aus Sicht der Europäischen Union, das ist recht erfreulich, dass die drei baltischen Staaten, also Estland, Lettern und Lettland und Litauen,
Zusammen mit Georgien relativ wenig korrupt sind ähm verglichen mit den anderen elf. Ähm.

Andre:
[11:33] Wie hat er jetzt für seine Untersuchung Korruption genau gemessen?

Micha:
[11:36] Er hat ähm er hat zurückgegriffen auf fünf gängige Maße für Korruption. Ähm,
das wohl gängigste Maß wird von Transparency International herausgegeben und ähm.
Glaube, dass dass Zweite war von der Weltbank ähm und die anderen drei müsste ich nochmal nachschlagen.

Andre:
[12:00] Also gibt äh von den World Wide Governance Indikators der Weltbank auch ein Maß, das äh Controller of Correction heißt wegen nee, meine Frage, ob er das vielleicht auch betrachtet hat.

Micha:
[12:11] Ja kann äh das habe ich mir später irgendwo notiert. Ähm kann ich dir gleich nochmal sagen, wenn ich drauf stoße. Ich dachte, Coal of Croption wäre von Transparency der gewesen, aber du meinst das ist der von der Weltbank?

Andre:
[12:25] Also von der Weltbank gibt es auf jeden Fall einen Indikator, der so heißt, für der regelmäßig auf Länderebene aktualisiert wird.

Micha:
[12:33] Ja dann wird das dann wird das der sein. Also ähm er hat er hat.

Andre:
[12:39] Transparenzy ist correction Proceptions, ne ich.

Micha:
[12:44] Ähm kann ich die jetzt ausm Kopf nicht sagen,
also er verwendet wohl alle fünf für seine Berechnungen, wenn du ins Paper schaust, dann hat er ähm dann stellt er seine Ergebnisse äh grafisch da für nur zwei von diesen,
Indizes und der erste davon ist der von Transparency und der zweite das müsste dieser Controller croption sein.

[13:12] Okay, also das sind die das sind die Daten, die ihr verwendet, also diese 299 Fotos. Ähm,
Es sind nur die Gesichter, ne? Also es sind nicht es sind keine Aufnahmen der der kompletten Körper, sondern wirklich nur von den Gesichtern.
Politiker ich weiß nicht genau womit das zu tun hat vielleicht weil nun mal der Rest des Körpers irgendwie bedeckt ist und es da wahrscheinlich ein bisschen schwieriger ist. Ähm.
Den ähm den BMI raus abzuleiten. Also er er verwendet einen Algorithmus, den er nicht selber entwickelt hat,
Äh kann ich das aus dem Kopf auch nicht mehr sagen, von wem der kommt, aber ähm er hat ihn auf jeden Fall nicht selber ähm nicht selber entwickelt, aber er er setzt ihn hier ein und was der Algorithmus macht, ist dass er zunächst einmal,
Äh lernen muss, überhaupt menschliche Gesichter zu erkennen oder auf diesen Fotos. Die menschlichen Gesichter zu erkennen und wenn er das dann getan hat im zweiten Schritt, dann entwickelt der ein künstliches neuronales Netzwerk, welches,
dann die äh BMIs dieser Politiker zu schätzen versucht.

[14:24] Und damit sind wir dann schon bei den Ergebnissen. Zunächst einmal stellt sich heraus, dass diese,
ähm untersuchten Politiker, alles in allem äh sehr übergewichtig sind. Es gibt wohl keinen einzigen mit mit Untergewicht. Äh brecht wenige mit Normalgewicht und die meisten sind sind wie übergewichtig oder stark übergewichtig.
Ähm und er stellt also fest, dass die,
Äh das eine positive Korrelation vorliegt zwischen dem Medien BMI. Der Politiker,
eines Kabinetts, also eines eines Landes und dem jeweiligen,
Korruptionsindex. Ähm ich habe hier in meinen Notizen eine Makroruptionswahrnehmung geschrieben, weil wie ich eben schon mal sagte, die diese verschiedenen Indizes ja auf,
Umfragen basieren und ähm somit somit ähm.
Ja, die die Korruptionswahrnehmung darstellen eher als die tatsächliche Korruption. Wie ich eben schon mal.

Andre:
[15:34] Äh einen interessanten Punkt eigentlich, will jetzt nicht irgendwie vorgreifen, aber finde ich einen interessanten Punkt in dem Zusammenhang. Könnte man sich ja auch fragen, ob äh
eher so ein bisschen ähm die die Wahrnehmung von Korruption in deren Weg gemessen wird, dass äh na ja fette Politiker vielleicht auch eher als korrupt erscheinen.

Micha:
[15:53] Äh genau das ähm wäre auch meine wäre auch meine Kritik. Ich ähm also eher.
Sollen wir das äh können wir das hinten anstellen? Äh dann können wir vielleicht in dem Kontext noch über über Kausalität,
brechen. Ähm es geht auch ganz schnell ähm kurz die Ergebnisse zusammenzufassen. Also wie gesagt, er ermittelt die positive Korrelation zwischen Medien,
PMI und,
äh den Indizes, den fünf verschiedenen Indizes für Korruptionswahrnehmungen. Die Korrelationskoeffizienten sind dabei Minus null Komma neun drei, Minus null Komma neun zwei, minus null Komma neun eins,
minus 0,acht und minus null Komma sieben sechs.
Korrelationsquoeffizienten bewegen sich zwischen minus eins und eins. Ne, wenn er negativ ist, also eine negative Korrelation, wenn er positiv ist, ist das eine positive Korrelation, wenn er null ist, liegt keine Korrelation vor und umso,
näher der Koeffizient an an eins beziehungsweise minus eins ist, desto stärker ist die Korrelation. Also ähm.
Scheint hier eine eine äh recht starke Korrelation vorzuliegen.

[17:09] Dann hat er nach Berechnung dieser Korrelation, ähm weil er wohl von.
Äh vielleicht im Peer-Review-Prozess oder so von anderen Leuten äh öfter mal die
den Kommentar bekommen hat, dass ähm dass es ja vielleicht gar nicht die Politiker im Speziellen sind, die übergewichtig sind, sondern vielleicht ist es einfach die Gesamtbevölkerung, die,
übergewichtig ist. Ähm also hat er sich der Frage nochmal gewidmet und hat aber nicht äh die Korrelation,
Zwischen Korruption und so was wie dem Gesamtbevölkerungs-BMI gemessen, sondern er hat die Korrelation zwischen,
dem Medien, BMI der Politiker und dem durchschnittlichen BMI der Bevölkerung gemessen und kam dort zu einer negativen Korrelation mit einem Koeffizienten von Minus null Komma fünf eins.

Andre:
[18:01] Okay, also das heißt, äh eine übergewichtige Bevölkerung hat im Schnitt eher wenig übergewichtige Politiker.

Micha:
[18:08] Und umgekehrt. Ja. Und.
Wenn wenn wir uns dran erinnern, dass äh dass das die negative Korrelation,
Entschuldigung, das ist die positive Korrelation gibt zwischen dem Medien, BMI der Politiker und der Korruption, ja, dann bedeutet das, dass äh Korruption, wo so was wie ein,
gesundheitlichen Benefit hat, also zumindest äh zumindest schreibt, dass der äh der Autor Lavatzki, also,
in einem in einem so korrupter ein Land ist,
desto übergewichtiger sind die Politiker und desto weniger übergewichtig äh ist die Gesamtbevölkerung. Ähm.

Andre:
[18:53] Und äh bleibt mir denn äh dauerhaft jetzt äh bei einer reinen Darstellung von Korrelationen. Weil wenn du jetzt gerade sagst, na ja, Korbition hat auch einen Benefit. Da würde ja schon eine Art von Kausalwirkung unterstellen.

Micha:
[19:06] Ja, das stimmt. Ich ich finde, er ich finde, er unterstellt ganz allgemein eine Kausalwirkung, nicht nur nicht nur an der Stelle. Also auf den Punkt geht der auch nicht wirklich weiter ein. Ähm.
Ich weiß nicht, ob das äh ich weiß nicht, wie ernst gemeint das ist, aber die äh.
Ja. Ich meine es ist ähm also die negative Korrelation zwischen den beiden BMIs finde ich jetzt gar nicht mal so.
Ähm also wenn da wenn da was dran ist an diesem Zusammenhang mit der Korruption, ja dann dann könntest du ja sagen, ja gut, du hast wenn ein wenn ein Land besonders korrupt ist, dann haben die,
Machtinhaber die Möglichkeit ähm.
Sich zu bereichern, also die ähm die die korrupten Machtinhaber bereichern sich aber zu Kosten von halt irgendwem anders und irgendwer anders, ist dann nun mal der Rest der Bevölkerung, also was ja dann äh,
Äh du hast ja hast ja die die Profiteure und dann die ähm.
Die negativen Folgen von Korruption abbekommen, wenn das der Rest der Bevölkerung ist. Können das ja sagen. Ja gut, dann ist es vielleicht nicht so verwunderlich, dass ähm dass die ähm dass die Gesamtbevölkerung.

Andre:
[20:29] Politiker alles wegessen dann. Den anderen Leuten.

Micha:
[20:34] Ja, also wir ähm ja, vielleicht kommen wir mal zur Kausalität. Also.
Oder zunächst einmal hatte ich mir noch was anderes notiert. Ähm bei der Suche nach so einem Proxi gibt’s ja hm ein recht grundlegendes Problem, ne. Also wie ich eben schon mal sagte, also die Motivation hierfür für diese,
für diese Forschung war das tatsächliche Korruption nicht messbar ist. Also geht der Autor hin und,
Auf der Suche nach einem Proxi für die tatsächliche,
Korruption misst er die Korrelation zwischen BMI und Korruptionswahrnehmung. Das bedeutet ja dann aber, dass der BMI.
Proxy ist für die Korruptionswahrnehmung.
Äh daraus folgt ja dann nicht, dass der BMI auch ein guter Proxi für die tatsächliche Korruption ist. Ja, es gibt ja also es gibt sicherlich.

[21:34] Äh einige Arbeiten dazu ähm ob diese Indikatoren diese fünf verschiedenen Indizes,
tatsächlich gute Maße sind für die tatsächliche Korruption und nicht nur die Korruptionswahrnehmung. Ähm aber wenn du wenn du die Korrelation zwischen BMI und Korruptionswahrnehmung berechnest, ähm,
und du feststellst, dass eine nennenswerte Korrelation vorliegt, dann ist der BMI eben ein Proxy für die Wahrnehmung und nicht die tatsächliche Korruption.
Eine Korrelation mit der tatsächlichen Korruption ist ja nun mal nicht berechenbar, da die tatsächliche Korruption nicht nicht messbar ist. Also kannst du.
Ne, kannst du ein Proxi für die tatsächliche Korruption nicht finden.
Ich äh ich schiebe an der Stelle nochmal äh kurz eine andere Sache ein, weil ähm in seiner Conclusion ähm erwähnt er ein paar,
Vorteile eigentlich Vorteile, ein paar ähm also er versucht dann dann zu erklären, warum diese Forschung.

[22:41] Sagt man wertvoll sein kann.
Also wenn du wenn du eine eine beobachtbare Variable wie den BMI hast, dann musst du dich eben nicht mehr auf Umfragen verlassen.
Ähm du du musst dich nicht mehr auf die Subjektiven Einschätzungen verlassen. Ähm du hast plötzlich etwas etwas Objektives, das du verwenden kannst.
Aktuelle Fotos äh von von hochrangigen Politikern wie Kabinettsmitgliedern sind meist gut verfügbar in den in den meisten Regionen der Welt und.
Das Argument, was ich noch am.

[23:18] Das, was ich am am überzeugendsten finde, ist, dass man damit jetzt auch in der in der Lage ist, rückblickende Analysen anzustellen.
Weil diese verschiedenen Indizes für die Korruptionswahrnehmung ähm die gibt’s noch nicht sehr lange. Die Ersten sind erst Mitte der 1990er Jahre erstmalig veröffentlicht worden. Das heißt.
Die Daten für die Zeit davor, die gibt es einfach nicht und die kannst du ja auch nicht mehr rückwirkend ermitteln, ähm aber es gibt Fotos aus den Jahrzehnten davor.

Andre:
[23:53] Wobei man ähm da natürlich auch aufpassen muss, wie weit da ein Systemwechsel natürlich auch zur grundlegenden Veränderungen führen kann. Also jetzt gerade mit Blick auf die postsowiert Countrys.
Dann wirklich äh Korruption ähm in einem System, wie das der Sowjetunion mit der Nachsowjera vergleichbar ist. Ist ja auch eine grundlegende Frage.

Micha:
[24:15] Ja, das das stimmt. Ja ähm ähm ja erwähnt auch die,
Ähm die samtene Revolution von 2018, die in Armenien stattgefunden hat,
er berechnet dann den Medien BMI vor und nach dem Kabinettsumbau, der dann damals dort stattgefunden hat und geht da kurz drauf ein.
Kannst ja nur mal, wenn das zu so was wie einem Kabinettsumbau kommt, dann kannst du ja dann hast du ja Sprünge im,
Medien-BMI, der der Kabinettsmitglieder, aber Korruption oder auch Korruptionswahrnehmung ist ja sehr ist ja sehr starr und variiert nur sehr wenig,
Über die Zeit.

Andre:
[24:58] Wie hat er denn die die Korrelationskoezenten grundsätzlich berechnet über das gesamte Panel hinweg oder jeweils Jahr für Jahr?

Micha:
[25:06] Er hat nee es gibt ja nur ein Jahr. Es gibt nur 2017.

Andre:
[25:13] Ach so hat sich nur ein Jahr angeschaut.

Micha:
[25:15] Ja, er gibt ähm das hat er in ähm in dem was ich eben vorgespielt hatte, hat er das kurz erwähnt. Er hat dann in der,
der gleichen Ausgabe, dieser dieser Fachzeitschrift hat ja noch einen einen Replay veröffentlicht, weil ähm,
äh jemand anders einen Kommentar veröffentlicht hatte und da hat er dann nochmal diese Untersuchung angestellt nur für die Ukraine und dann für die Jahre 2000 bis 2020.
Und da hat er dann festgestellt, dass dass sich der Medien-BMI ähnlich verhält wie,
Der Korruptionsindikator.

Andre:
[25:58] Ja gut für ein Land, da hat er dann vielleicht 20 Beobachtungen.
So eine Sache, weil äh ich meine das Argument, dass man das dann auf Zeiträume auch davor anwenden kann gilt ja eigentlich streng genommen nur durch die Korrelation auch im Zeitverlauf bestätigt, ne und nicht nur in der Querschnittsbetrachtung.

Micha:
[26:17] Ja genau und das ist ja ich finde es gibt hier insgesamt so viele so viele Probleme.

Andre:
[26:29] Äh auch natürlich die erstmal die Auswahl des Samples, ne, das ist jetzt wirklich nur post sowie Kanties sind. Ich würde jetzt mal unterstellen, dass äh,
Das mittlere äh Korruptionsniveau vielleicht ein bisschen höher ist als zumindest im Vergleich zu westeuropäischen Ländern oder vielleicht auch weltweit.

Micha:
[26:45] Er begründet dieser Ausfall übrigens, er wollte ursprünglich das für alle Länder machen.
Äh musste dann aber wohl recht schnell erkennen, dass das schwierig wird und zwar deshalb, weil Fotos von.
Ähm von manchen Kabinettsmitgliedern äh nur in lokalen Medien verfügbar sind. Also wenn du wenn du in irgendwelche,
kleinen Länder gehst und dann willst du vom Minister für für Landwirtschaft, der jetzt üblicherweise in der internationalen Presse nicht vorkommt.
Ähm ein Foto haben, dann findest du das nur schwer. Also er sagte, du musst dann auf die
auf die lokalen Medien zurückgreifen und ähm da gab’s dann für ihn einfach zu viele sprachliche Hürden. Ich hatte ja eben schon mal gesagt, dass er
Das kyrillische Alphabet kennt, ähm aber er selber sagte, er hätte zum Beispiel in südostasiatischen Ländern ein Problem gehabt, ähm überhaupt diese Fotos alle,
ähm zusammenzusuchen.

Andre:
[27:48] Ja, aber ich meine, hätte ja zumindest fällt ja Mindestgrößen erstmal setzen können, ne, für die Länder, die ja die Auswahl nimmt.
Äh ich meine, wenn man bedenkt, wo er überall war, hat er wahrscheinlich doch ganz gute Sprachkenntnisse, äh zumindest die westeuropäischen Länder hätte er eigentlich auf der Grundlage auch mit einbeziehen können.

Micha:
[28:06] Sollte man meinen, ja. Ich ähm ja, ich ich weiß, ich weiß nicht, warum er sich dann wirklich nur auf die diese 5zehn Länder äh beschränkt hat.

Andre:
[28:17] Ich meine, so ein Korrelationskoeffizient, der wird ja eigentlich auch erst dann so richtig aussagekräftig, wenn man noch eine grundlegend äh ausreichende Variation in den Daten hat und,
Da macht’s ja finde ich eher Sinn, dass man dann global, wer korrupte mit global wenig korrupten Ländern vergleicht.

Micha:
[28:32] Ja, sollte man meinen. Er erwähnt übrigens an einer anderen Stelle. Ähm es gibt noch immer, ich muss mal, wie nennen die das, eine vom IG-Nobelpreis-Komitee?
Ähm oder im Probable Research oder wie auch immer die sich nennen, ähm werden so informale,
Vorlesungen veröffentlicht nach den Preisverleihungen. Ich habe ähm die die Vorlesung hierzu,
Auch in den Sendungsnotizen,
die ist glaube ich so sieben oder acht Minuten lang. Da ähm erklärt er ein bisschen ausführlicher, was er gemacht hat und er erwähnt. Ich meine, das ist in diesem Video auch,
wie es na ja es ist auf jeden Fall da drin. Äh ganz am Anfang sogar. Da wird er gefragt ähm wie er,
Ähm wie es dazu gekommen ist zu dieser Forschung und.
Er sagte, er hätte ähm zweitausendundneunzehn ähm mitbekommen, dass ähm,
da war ja die ähm da war die Stichwahl zum ukrainischen Präsidenten die Volodimir Silenski,
gewonnen hat und der hatte.

[29:48] Der war der war vorher, also der hatte der hatte vorher gar kein politisches Amt inne gehabt. Also der war sehr sehr unerfahren und ähm der war aber Schauspieler gewesen und hatte in einer Fernsehserie mitgespielt.
Wie heißt ich glaube Diener des Volkes hieß die. Da hat er einen Geschichtslehrer gespielt der,
Gegen Korruption gewettert hat im im Unterricht oder so, weiß ich nicht und dann gab’s irgendwie ein Video davon. Das Video ist irgendwie,
Ist veröffentlicht worden und dann hat er plötzlich viel Aufmerksamkeit bekommen und irgendwie hat sich dann hat sich das so weiterentwickelt, dass er dann letztendlich ähm äh versucht hat, sich zum Präsidenten wählen zu lassen und wurde auch zum Präsidenten gewählt, also in dieser
in dieser Fernsehserie und im tatsächlichen Wahlkampf hat er dann auch versprochen gegen Korruption vorzugehen,
und das ist.

Andre:
[30:43] Der Schauspieler, der den Typen gespielt hat oder.

Micha:
[30:46] Genau, der ja genau, genau. Der also,
ne? Das äh Realität imitiert Kunst sozusagen, also ähm er hat das nicht nur in der Serie gemacht und nicht nur seine seine Figur, sondern dann der tatsächliche Selenski ähm.

Andre:
[31:04] Okay ja ja.

Micha:
[31:05] Genau, also ne, also der der Schauspieler oder der Ex-Schauspieler selber, jetzt Präsident ähm,
Genau, der hat hat zumindest im Wahlkampf versprochen tatsächlich gegen Korruption vorzugehen und so wurde.
Auf das Thema Korruption aufmerksam und er meinte er hat ja ähm er hat sich wohl gedacht, ja ist ein ist ähm,
da das ähm ein ordentliches Risiko so ein unerfahrenen Politiker direkt ins Präsidentenamt zu wählen und irgendwie hat er das zum Anlass genommen,
Ähm sich dann mal ein bisschen einzulesen in das Thema Korruption und so kam er dann so hat er dann festgestellt, dass ähm das Problem ist, dass es dass Korruption eben ähm praktisch nicht messbar ist.
Und ja so hat sich das dann weiter entwickelt.

Soundboard

Micha:
[33:51] Wir wir nehmen am 1 März 222 auf. Äh da heißt Lilenski ist,
Im Moment natürlich viel viel in den Medien als Präsident der Ukraine, weil jetzt glaube ich ungefähr seit einer Woche äh Russland in der Ukraine äh Krieg führt,
Das hat mit dem also das hat hiermit natürlich nichts zu tun. Das ist jetzt einfach nur Zufall. Und ja.
Jetzt äh ist bei mir so ein bisschen alles durcheinander geraten, aber wir wollen ja noch kurz über die Kausalität sprechen.

[34:30] Ich stimme dir zu.
Also er selber sagt, dass also in in dem Artikel schreibt er wirklich nichts zur Kausalität und in in einem der der Videos zum IG-Nobelpreis sagt er auch, dass er zur Kausalität gar nichts sagt, aber wie du ja schon richtig angemerkt hast,
passt das nicht, passt das nicht so ganz, weil also zumindest,
Zumindest bietet der BMI hier eine recht plausible Geschichte für für diese Korrelation, ne, weil die ähm die die implizit unterstellte Kausalität.
Würde ich mal so sagen, ist hier das äh korrupte Politiker sich die Taschen vollmachen und ähm dann äh.
Ja mit Hilfe ihres ähm neugewonnenen Reichtums dann äh,
Ähm ja ordentlich zuschlagen bei den äh bei den Mahlzeiten. Ach so sagt ähm seine äh also er spricht von,
ähm von opulenten Festessen, ne, also er äh seine Überlegung war, ja es könnte ja sein, dass ähm.
Politiker, wenn sie ständig zu irgendwelchen opulenten Festessen eingeladen werden, dann äh deswegen bisschen an Gewicht zunehmen.

Andre:
[35:54] Ja, wobei ist ja auch die Frage ist das schon Korruption?
Weil ich ich denke Korruption betrifft ja eben auch viele äh Aktivitäten innerhalb der Verwaltung, alle die jetzt gar nicht irgendwie im persönlichen Kontakt zu hochrangigen Politikern bestehen äh sondern eher äh im Verwaltungshandeln von irgendwelchen,
Beamtenverwaltungsangestellten, äh die sich Geld in die eigene äh Tasche schaufeln.

Micha:
[36:20] Ja, das ist die.
Deswegen ist auch die Datenbasis mit den mit den Parkkabinettsmitgliedern ein bisschen bisschen schwach, ne. Ich meine, das sind bei 299 Leute bei aus fuffzehn Ländern, also ungefähr zwanzig,
Pro Land im Schnitt. Mh das ist jetzt nicht so viel, ne?

Andre:
[36:39] Na ja und die auch nur 15 Beobachtungen für für Korruption demnach, ne.

Micha:
[36:44] Ja, ja, genau. Also.

[36:50] Ich meine, es es wäre natürlich mehr Aufwand und noch mehr, mehr Fotos einzusammeln, aber nur die ähm,
nur das Kabinett zu untersuchen. Ja, sind sind ziemlich wenige Datenpunkte.
Und ähm wie du ja eben schon mal sagtest, ähm ich könnte mir,
Also wenn wenn er über Kausalität sprechen würde in diesem Kontext, dann müsste er doch wahrscheinlich einräumen, dass diese eher anders herum ist, ne, also um so übergewichtiger,
Politiker in einem Land sind, desto eher halten die Leute des Landes, die Politiker für korrupt.
Weil die sehen dann ja also denk mal an an an Birne, an Helmut Kohl damals ja äh der war ziemlich groß, also.

[37:47] Also ich die Geschichte fände ich viel plausibler. Ne, also du hast du hast übergewichtige Kabinettsmitglieder.
Die Leute sehen, die in den in den Nachrichten, im Fernsehen und irgendwie prägt das dann die die Wahrnehmung und wenn die dann gefragt werden bei so einer Umfrage.
Ja für äh also wie korrupt würden sie äh die Politiker diese in diesem Land einschätzen ja vielleicht prägt das dann deren Einschätzung und nicht andersherum.
Ach so.

Andre:
[38:20] Ja oder sonst was. Ich mir sonst noch vorstellen könnte, dass äh generell eben vielleicht das Übergewicht,
gewisse Indikator auch für persönliche äh Zügellosigkeit darstellen kann. Dass man dann es es generell nicht so genau nimmt, also sowohl mit dem Essen als auch mit dem Annehmen von Geschenken.

Micha:
[38:37] Ja. Ach so, ja.

Andre:
[38:41] Oder auch für gierigkeit natürlich in dem Zusammenhang.

Micha:
[38:43] Ja

Andre:
[38:44] Allen Belangen.

Micha:
[38:46] Impulskontrolle oder.

Andre:
[38:48] Ja ja.

Micha:
[38:49] So was. Ja.

Andre:
[38:52] Aber das ist ja dann wieder nur die Gierigkeit der betreffenden Personen, ne? Daraus jetzt wieder Rückschlüsse über die Korruption eines ganzen Landes zu ziehen. Finde ich auch äh hm zweifelhaften Zusammenhang.

Micha:
[39:05] Ja ich hatte ich habe mich mal ähm.
Bisschen umgeschaut, was ich sonst noch so finde. Ähm also ich wollte mal gucken, was die empirische Forschung sagt zum Zusammenhang zwischen Einkommen und Gewicht. Ja weil das.
Das wird hier ja zumindest implizit unterstellt, ne, dass die,
umso korrupter du bist, desto höher ist dein Einkommen und mit einem höheren Einkommen kannst du dir mehr Essen leisten ähm,
aber mehr ja du kannst ja aber auch Besseres essen leisten und gesünderes essen oder du kannst dir vielleicht Dinge leisten,
die die vielleicht eher dazu führen, dass du dass du weniger Übergewicht hast oder so. Also die.

Andre:
[39:50] Ja und ich meine, die Korrelation zwischen Armut und Korruption will ja in dem Zusammenhang auch mal relevant zu untersuchen.

Micha:
[39:57] Der Zusammenhang zwischen warum.

Andre:
[40:01] Na ja das äh darüber könnte man’s dann ja auch erklären, ne? Wenn du sagst na ja äh Übergewicht äh kann auch eher ein Zeichen von Armut sein, weil die Leute sich eben kein gesundes Essen.

[40:11] Leisten können. Äh zugleich kann wohl auch die Korruption fördern.
Verwaltungsbeamte haben dann eben kein regelmäßiges Einkommen oder kein Einkommen, das hoch genug ausfällt. Also müssen sie für alternative Einkommenskanäle sorgen.

Micha:
[40:25] Und umso weiter Armut in deinem Land verbreitet ist, desto desto eher werden Politiker oder desto eher werden die Leute, wenn sie dann die finanziellen Möglichkeiten haben ähm äh.

[40:41] Viel essen oder als ne also vielleicht jemand mit einer gewissen äh,
Armutserfahrung, also jemand, der mal arm war oder zumindest jemand, der in einem in einem durchschnittlich recht armen Land lebt, in dem viele Leute tatsächlich Probleme haben.
Täglich, täglich äh,
zu bezahlen. Ähm weiß ich nicht, vielleicht verhalten sich Politiker da anders. Ne, oder oder an sich finanziell gut gestellte Leute. Ähm vielleicht lässt es dir dann eher mal gut gehen, solange du die Möglichkeit dazu hast.
Ähm na ja, also die ähm empirischen Untersuchungen zum Zusammenhang zwischen Einkommen und
Gewicht ähm sind sind sehr gemischt, also die Ergebnisse sind sehr gemischt in Entwicklungsländern ist die Korrelation üblicherweise positiv. Ne also umso mehr Einkommen die Leute haben, desto höher ist ihr Gewicht.
Das muss jetzt noch noch nicht unbedingt was mit Übergewicht zu tun haben, sondern eher mit Gewicht allgemein, ne? Und ähm umso also in Entwicklungsländern oder ähm relativ armen Ländern,
wo Unterernährung ein großes Problem ist. Da führt zusätzliches Einkommen oder ein höheres Einkommen,
Tendenziell dazu, dass unter Ernährung ein kleineres Problem ist und dass die Leute im Schnitt ein bisschen bisschen schwerer sind.

[42:04] Das kann man vielleicht so erwarten in Industrieländern sieht’s aber anders aus. Da ist die Korrelation oft negativ, ne. Vor allem vor allem bei Frauen, also in den USA ist das vor allem bei Frauen und und
vor allem bei weißen Frauen so, dass die Korrelation negativ ist. Ja, das hat dann vielleicht damit zu tun,
dass junge Frauen, wenn sie nicht übergewichtig sind, nennenswerten Vorteil haben, wenn’s darum geht, ein vernünftiges Einkommen.
Zu verdienen, äh das wäre auch eher die umgekehrte Kausalität.
Also du äh gilt ja nicht nur für Frauen, ne. Das ist äh wenn du nicht übergewichtig zu sein oder gesund zu sein,
Bringen natürlich ein paar Möglichkeiten mit sich. Also du kannst ne du kannst dann bestimmte Berufe ausüben, die du eben nicht oder nur schwer ausüben kannst, wenn wenn’s dir gesundheitlich nicht gut geht oder wenn du wenn du übergewichtig bist.

Andre:
[43:02] Politiker sein kannst du immer gibt’s keine.

Micha:
[43:05] Ja.

Andre:
[43:07] Vorgaben. Ich meine, ich denke, ist ja in vielen Fällen auch eine Reaktion auf den äh persönlichen Druck, den wir ausgesetzt sind, ne.
Das ist vielleicht äh.

Micha:
[43:20] Etwas stressbedingtes.

Andre:
[43:21] Wirkungskanal, ne? Das äh Ländern, in denen es stressiger zugeht, ist auch tendenziell mehr Korruption gibt und deswegen Politiker äh mehr essen.

Micha:
[43:34] Ja also selbst ohne Korruption gibt’s so viele verschiedene andere Dinge, die dein Gewicht beeinflussen ähm und eben nicht nur die,
Menge, die du zu dir nimmst.
Ähm ich hatte hatte noch was gefunden. Ähm ich hatte noch empirische Untersuchungen gefunden zum Zusammenhang zwischen Einkommensungleichheit,
und Übergewicht und äh da liegt wohl eine eine positive Korrelation vor,
umso ungleicher das Einkommen verteilt ist, desto ähm des Dorf weiter ist Übergewicht verbreitet, ne, dass du.
Desto übergewichtiger ist die die Bevölkerung.

Andre:
[44:17] Dann eher die Armen oder die Reichen?

Micha:
[44:20] Glaube beides. Also das ist ähm also ich glaube die im im Mittelfeld sind die Leute meist,
Normalgewichtig.
Wenn du einen besonders hohes Einkommen hast, dann tendierst du eher zu Übergewicht und wenn du ein besonders niedriges Einkommen hast, dann aber auch also wenn dein Einkommen sehr gering ist,
Hast du nur nur,
Sind deine Möglichkeiten begrenzt, was deine ähm was deine Wahl von Lebensmitteln anbetrifft. Viele Dinge kannst du dir nicht leisten, ne, vielleicht greifst du zurück auf auf auf Fast Food.
Was er üblicherweise es gibt ja viel sehr günstiges Fast Food ne und wenn er dir eben nicht viel zu essen leisten kannst und nicht viel Luxus leisten kannst, dann ist das vielleicht der eine Luxus den du dir noch leistest weil essen musste irgendwie und wenn er,
wenn du Fastfood recht günstig bekommst, ja, dann ist das zumindest eine mögliche Ursache für Übergewicht und bei den Leuten mit dem hohen Einkommen ist es eben einfach die Möglichkeit viel essen.

Andre:
[45:23] Okay, ja, das heißt, eine Erhöhung der Einkommenssteuer hat den positiven Nebeneffekt, dass auch die Gesundheitsausgaben zurückgehen.
Der FDP erzählen.

Micha:
[45:36] Ja, das stimmt. Ja genauso, wenn du.
Oder allgemein, wenn du es umverteilst, ne? Wenn du das dann auch umverteilst an die an die Ärmsten, hast an beiden Enden den positiven Effekt.
Ja. Ich meine, der BMI als solcher bringt ja auch noch ein paar Probleme mit sich. Ne, ich hatte ja eben schon mal gesagt, äh der BMI.
Ist ähm das Gewicht einer Person in Kilogramm geteilt durch die Körperlänge,
Metern zum Quadrat und es ist so, dass,
du ab einem BMI von 25 übergewichtig bist und ab einem BMI von 30 bis du stark übergewichtig. Und,
untergewichtig bist du, ich glaube da ist die Grenze nicht zwanzig. Ich meine, irgendwo gehört zu haben, hier ist so was krummes wie achtzehn Komma acht oder so. Ich weiß nicht warum, aber vielleicht so ungefähr zwanzig. Also wenn ihr irgendwo so bei zwanzig bis fünfundzwanzig liegst ähm bist du auf jeden Fall im Normalbereich.
Ist es hier aber so,
Wenn ich mir versuche den BMI selber zu erklären, ne, dann würde ich würde ich das so machen, dass ähm.

[46:51] Also um um zu messen, ob jemand übergewichtig ist, könntest du sein tatsächliches Gewicht teilen durch.
Gewicht, was für jemanden äh.
Seiner Körpergröße normal ist. Ne, tatsächliches Gewicht durch Normalgewicht. Das Normalgewicht zu ermitteln ist nicht so leicht,
nehmen, deswegen nimmst du vielleicht lieber was anderes und was du machen könntest, ist, du nimmst das Normalvolumen.
Äh der Person,
Aber das Normalvolumen ist auch nicht leicht zu ermitteln. Also nimmst du vielleicht sowas wie eine ja nimmst du eben einen einen Proxy dafür und,
Volumen, das Volumenmaß könnte ja dann sein, Körperlänge oder oder Höhe, ne? Das, was wir sonst als Größe,
bezeichnen, aber es ist in dem Kontext ein bisschen verwirrend. Also nehmen’s die Körperlänge,
nimmst du dann hoch drei, dann hast du das Volumen eines Würfels mit der Seitenlänge entsprechend der Körperlänge dieser Person.
Ja und dann könntest du könntest du sagen, okay, dann teilen wir halt immer ähm das wir teilen das Körpergewicht durch eben das Volumen dieses dieses Würfels.

[48:13] Das ist dann unser BMI und so ähnlich ist er ja auch, aber er ist eben nicht Körpergewicht durch Körperlänge hoch drei, sondern er ist Körpergewicht durch Körperlänge hoch zwei.
Wahrscheinlich damit zu tun hat, dass die Proportionen ja nicht immer gleich sind, ne? So eine,
Große Leute haben ja meist recht recht schmale Schultern, relativ zum restlichen Körper und kleine Personen haben tendenziell eher etwas breitere Schultern relativ zum.
Restlichen Körper und wahrscheinlich gibt’s ähm wahrscheinlich hatten die gute Gründe zu sagen, ja nehmen wir eben, dann machen wir das nur zur zweiten Potenz und nicht zur dritten.

Andre:
[48:51] Größe sozusagen nicht zu stark zu belohnen.

Micha:
[48:56] Ja, genau. Aber die die Frage ist, also,
wenn du versuchst diesem also was müsst was genau müsste der Exponent sein. Die werden ja nicht die haben ja nicht zwei genommen, weil es,
weil’s empirischen Studien zufolge genau zwei ist, sondern weil zwei eben eine runde Zahl ist, eine natürliche Zahl und,
aber was ist es wirklich, ne? Ist es zwei Komma zwei oder ist es zwei Komma vier, zwei Komma sechs oder ist das vielleicht sogar noch unter zwei?
Hatte damit Brö und dem ehemaligen Chef mal drüber gesprochen und der sagte ja, er könnte sich vorstellen, sogar weniger als zwei ist und ja, ich weiß es nicht, aber wie du genau richtig sagst.
Wenn du wenn du groß wirst, äh wenn du groß bist.
Also lang meine ich nicht, nicht gewichtig, ne. Wenn du wenn du lang bist ähm dann überschätzt der BMI.

[49:51] Tendenziell dein Übergewicht und wenn du klein bist, unterschätzt er es tendenziell. Also mal als mal als Beispiel, wenn du wenn du zwei Meter groß bist und 100 Kilo wiegst,
berechnest du den BMI im Masse einhundert geteilt durch zwei zum Quadrat, einhundert durch vier sind genau fünfundzwanzig,
dann bist du also genau an der Schwelle von normal zu Übergewicht aber eine zwei Meter große Person, die 100 Kilo wiegt ist jetzt nicht unbedingt,
übergewichtig, also hundert Kilo findet zwei Meter Person ist nicht allzu viel. Ich ich bin keine zwei Meter, ich bin bin 195, das heißt,
Wenn ich 1hundert Kilo wiege, bin ich bereits übergewichtig. Ich glaube, die Schwelle eines Rückwärtsrechners liegt für mich irgendwo bei siebenundneunzig Komma irgendwas Kilo oder vielleicht achtundneunzig.
Aktuell liege ich da drüber irgendwie bei 05 und bin tatsächlich übergewichtig, aber selbst wenn ich.
Gewicht verlieren würde.
Also ich es wäre für mich schwer, wieder zum Normalgewicht zu kommen. Also selbst zu Zeiten, als ich sagen wir mal vor zehn Jahren hätte ich gesagt, ich bin auf keinen Fall übergewichtig. War aber auch irgendwie 00 Kilo schwer.
Ne, das heißt dem BMI zufolge war ich übergewichtig.
Ich gucke mal, ob ich noch irgendwas anderes habe. Ansonsten habe ich ähm ich hatte mir noch notiert, dass ähm.

[51:17] Äh wie ich eben schon mal sagte, er dann noch diesen Replay veröffentlicht hat in der gleichen Ausgabe. Also es ist auch Economics auf den Institutional Change. Das heißt an OB City of Politiciens and Corruption in you crain in two thousands.
Two thousand twenty replay und das Paper ist übrigens open access im Gegensatz zu.
Dem eben besprochenen und.
Ja, das Ergebnis ist auch, wie ich eben schon sagte, also die äh diese Zeitreihe von 2000 bis 220 verhält sich,
Wie der Weltbankindikator Control of Correction, äh das ist das, was du sagtest, ne.
Ich weiß nicht ob er hier auch den Transparency Index verwendet hat ich glaube nicht aber er hat,
Alternativ zu dem Weltbankindex hat der noch ein anderes Maß verwendet und zwar und zwar die Diskrepanz.

[52:23] Bei Schweizer Luxusarmbanduhren zwischen den.
Äh zwischen den Exporten der Schweiz an die Ukraine, sowie sie von der Schweiz,
angegeben werden und den Importen der Ukraine aus der Schweiz, sowie sie von der Ukraine.
Angegeben werden. Das haben wohl andere Wissenschaftler schon mal gemacht. Ich glaube für China haben die versucht ähm.
Die das Ausmaß von Korruption abzuschätzen, indem sie eben diese Diskrepanz zwischen den Urimporten und Urexporten.
Ermittelt haben, also die die Theorie ist.
Also es es ist wohl so, dass die dass die Schweiz angeblich mehr Uhren exportiert an ein bestimmtes Land als dieses Land aus der Schweiz importiert. Also irgendwie gehen da Uhren verloren in der Statistik.
Und ähm.

Andre:
[53:21] Ach so und das ist dann Maß für Korruption.

Micha:
[53:23] Weil diese Luxusarmbanduhren wohl eben wohl häufig verwendet werden,
Leute zu bestechen ähm ja das das war’s im Wesentlichen. Ich glaube das war alles in allem ein bisschen bisschen wir. Ich hatte kurz vor der Aufnahme meine ganzen Notizen nochmal äh umsortiert.
Und äh habe mich hier teilweise ein bisschen verloren. Aber gut, das ist es im Wesentlichen.

Andre:
[53:52] Ja, aber das Thema als alles äh fand ich, haben wir gut rüber gebracht.

Micha:
[53:56] Ja, das das ist gut. Nächste Mal machen wir’s damit etwas weniger Verspätung. Nicht ein nicht vier, fünf Monate nach der Preisverleihung.
Ähm ja also wir haben jetzt schon ungefähr zwanzig Uhr. Die Nobelpreise wollten wir ja ohnehin nicht wirklich besprechen. Deswegen würde ich sagen erwähne ich nur kurz, dass.

Nobelpreis 2021

https://graukaue.ruhr/gk035/#kapitel3

[54:18] Dass ich, wie soll ich sagen, die Veröffentlichungen zu den zum Nobelpreis in den Wirtschaftswissenschaften, also dem Preis,
In den Wirtschaftswissenschaften, in Erinnerung an Alfred Nobel in den Sendungsnotizen verlinke.

[54:33] Also ausgezeichnet wurden 2tausendeinundzwanzig ähdrei Wissenschaftler, die alle in den USA tätig sind. 50 Prozent des Preises gingen,
ja gingen an David Card äh gebürtiger Kanadier, der aktuell an der UC Birkley unterrichtet und forscht. Er wurde ausgezeichnet für seine empirischen Beiträge zur Arbeitsmarktökonomik,
anderen 50 Prozent des Preises gingen jeweils hälftig an die Wissenschaftler Joshua, die angrist und Guido WM-Benz,
Ähm ausgezeichnet wurden diese beiden für ihre metologischen Beiträge zur Analyse von kausalem Zusammenhängen.
Anrisst.
Wurde geboren in Columbus Ohio, in den USA und arbeitet zur Zeit am Massachusetts Institut of Technology, also MIT und Guido Imbinds wurde in Eindhoven in den Niederlanden geboren und arbeitet zur Zeit in,
Stanford. So gut, aber ich hatte dir versprochen nur noch einen Schluss. Also machen wir Schluss.

Andre:
[55:47] Jo, alles klar.

Micha:
[55:50] Gut, alles klar. Dann danke fürs Zuhören und äh bis zum nächsten Mal.

Soundboard

Auf!

https://graukaue.ruhr/gk035/#kapitel4

Einschlagwecker

[57:30]
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